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Popkontext #3 – Barbara Muerdter (mit Gilberto Gil) by reboot.fm
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Playlist

1.DJ Dolores – Deixa Falar – 1 Real
2.Forro in The Dark – Nonsensical (Uproot Andy Remix)
3.Luiz Gonzaga – A Danca da Moda
4.Gilberto Gil – Fé na festa – Fé na festa
Interview
5.Gilberto Gil – Estrela Con do Céu – Fé na festa
6.Caetano Veloso & Gilberto Gil – Cada Macaco no seu Galho
Interview
7.Gilberto Gil – Procissao – Tropicália – Soul Jazz
8.Seu Jorge – The Model – Seu Jorge and Almaz
9.Seu Jorge – Cirandar – Seu Jorge and Almaz
10.Seu Jorge – Everybody Loves The Sunshine – Seu Jorge and Almaz
11.Nacão Zumbi – The Carimbæo
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In dieser Ausgabe von Popkontext stehen zwei neue Alben im Vordergrund, zum einen Fé na festa von Gilberto Gil und Seu Jorges selbstbetiteltes Album mit seiner neuen Band Almaz (Review, Tourdaten, Downloads hier). Gil hat sich hier ganz der nordostbrasilianischen Musikstil Forró verschrieben, der sein erster und stärkster musikalischer Einfluss war. Die Musikrichtung wird in seinen Ursprüngen und modernen Formen kurz vorgestellt. Jorge hat sich auch mit den Songs beschäftigt, die ihn geprägt haben und einige davon, von brasilianischen und westlichen Künstlern, gecovert. Er hat sich Musiker aus der Mangue Bit Bewegung aus der Stadt Recife auch im Nordosten Brasiliens, dazugeholt, welche auch ein wenig beleuchtet wird.
English Summary
This edition of Popkontext focusses on two new albums by Brazilian artists, Gilberto Gil’s Forró-Homage Fé na festa and Seu Jorge’s self titled record with his new band Almaz, where he covers songs that influenced him throughout his carreer (for more information go here, with English links and downloads), mainly Brazilian classics, but he also delivers a killer version of Kraftwerks The Model.
There are interview excerpts in English with Gil about Forró, a style of music from north eastern Brazil, and the role of Afro-Brazilian culture in the country. At the beginning and the end two bands from the Mangue Bit-Movement that developed in the early 90s in the city of Recife, also in the North East of Brazil, DJ Dolores and Nacão Zumbi. There is one song of Forró maestro Luiz Gonzago, who, despite his odd appearance, is still a hero not only to Gilberto Gil, but also younger bands of today, and Forró in the Dark, Brazilian expats living in New York, who mixed the traditional style with all the music they found in their new home country.
DJ Dolores – Deixa Falar
DJ Dolores ist ein brasilianischer DJ, der sich nach seiner geliebten Tante benannt hat, aber auch tatsächlich sehr politisch ist, nicht nur profeministisch und antirassistisch, sondern auch um die Kultur Leute in seiner Heimat Recife besorgt. Er gilt als ein Begründer des Mangue Bit (Mangrovenbit) Anfang der 90er Verbindung westlicher musikalischer Elemente mit dem reichen Kulturschatz der Region mit sozialkritischem Ansatz, vergleichbar mit dem Tropicalismo der späten 60er. Mit seinem Album 1Real (2007) erregte er auch international ein gewisses Aufsehen.
Forro in the Dark
Forro in the Dark sind eine Gruppe in New York lebende Brasilianer, die die Tradition des nordostbarsilianischen Forró, um den es in großen Teilen der Sendung geht, mit Jazz-, Rock, Country- und Elektroelementen verbinden. Die Band gründete sich 2002 und arbeitete unter anderem mit Größen wie David Byrne. Nonsensical ist aus dem Jahr 2008.
Luiz Gonzaga
Auch wenn unten stehende Videos reichlich skuril wirken mögen und auch die Musik erst einmal nicht ganz so leicht zugänglich ist, ist Luiz Gonzaga nicht etwa der brasilianische Heino, sondern bis heute einer der großen Helden der nordbrasilianischen Musikszene. Nicht nur Gilberto Gil nennt ihn als einen seiner größten Einflüsse, dem er sein aktuelles Album widmete (s.u.), sondern auch die jüngeren Musiker aus der Mangue Bit-Bewegung beziehen sich auf ihn. Er gilt vor allem als der Meister des Baião, einem Unterstil des Forró. Im ersten Video sieht man die klassische Besetzung Akkordeon (Sanfona), Trommel (Zabumba) und Triangel. Die lustigen Mützchen gehören zur nordbrasilianischen Tracht, in der Herr Gonzaga irgendwann ausschließlich auftrat.
Gilberto Gil
Gilberto Gil ist sicher einer der im Land und weltweite bekanntesten und auch verehrtesten Musiker Brasiliens. Der heute 68jährige Afrobrasilianer hatte in den 50er Jahren als Bossa-Nova-Musiker angefangen, und wurde unter dem Einfluss US-amerikanischer Popmusik in den 60ern mit Caetano Veloso u. a. zum Mitbegründer der Música Popular Brasileira- und Tropicália-Bewegungen. Diese waren auch mit politischem und sozialem Engagement verbunden. Gil musste kurzzeitig aus Brasilien fliehen, weil sein Leben in Gefahr war. Anfang des Jahrtausends war er einige Jahre Kulturminister, von Präsident Lula unter anderem ausgewählt, um die unterrepräsentierte afrobrasilianische Kultur zu stärken.
Auf seinem aktuellen Album Fé na festa hat er sich ganz dem Forró verschrieben, die nordostbrasilianische Musik, mit der er aufgewachsen ist und die immer wieder in seinem Schaffen auftauchte. Unten stehend ein Promovideo mit Bildern der mit dem Musikstil kräftig gefeierten drei katholischen Feiertage St. Johannes, St. Andreas und St. Petrus im Juli, Gil und Band bei einer hemdsärmeligen Bandprobe kürzlich in München und ein biografisches Video zum Song Procissao, der unter anderem auf dem empfehlenswerten, gerade wieder aufgelegten Tropicália-Album von Soul Jazz vertreten ist.
Mehr zu Gilberto Gil auf Popkontext: Fotos vom Konzert / Fotos from the concert in Berlin.
Seu Jorge and Almaz
Unten ein kurzer Liveeindruck von der aktuellen US-Tour. Popkontext Album-Rezension, Reinhören und Downloads hier / English links for downloads and more information at the bottom of this page.
Nacão Zumbi
Nacão Zumbi sind seit 20 Jahren eine der Hauptprotagonisten der Mangue Bit-Bewegung aus dem Norden Brasiliens (ein Artikel dazu hier), zu deren begründern auch DJ Dolores gehört (s.o.).
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